FB pixel
Strompreise in Österreich

Strompreis steigt auf 21,02 ct/kWh – ist ein Ende in Sicht?

Lassen Sie uns raten: Sie zahlen über 20 Cent für eine Kilowattstunde Strom. Das trifft nämlich auf die Mehrheit der Verbraucher in Österreich zu. Das soll aber nicht heißen, dass dieser Preis fair ist. Ganz im Gegenteil. Mit 21,02 Cent pro kWh Strom ist der Strompreis 2020 im Vergleich zum Vorjahr um 0,68 Cent gestiegen. Seit Jahren steigt der Strompreis und hat in diesem Jahr damit ein neues Hoch erreicht. Ob Strom in Zukunft noch teurer wird und wie sich 2020 die Corona-Krise auf den Strompreis ausgewirkt hat, erklären wir Ihnen hier.

Zusammensetzung & Entwicklung

Was ist der Strompreis und was beeinflusst ihn?


Der Strompreis ist der Preis, den Sie für eine Kilowattstunde Strom zahlen. Er taucht auf Ihrer Stromrechnung als Arbeits– oder Verbrauchspreis auf und wird mit Ihrem Jahresverbrauch multipliziert. Österreichische Verbraucher zahlen Statista-Erhebungen zur Energiepreisentwicklung zufolge in diesem Jahr durchschnittlich 21,02 Cent pro Kilowattstunde. Bei einem Verbrauch von 3.500 kWh (Familie) sind das 735,70 Euro im Jahr für Strom. Der Grundpreis, der je nach Anbieter zwischen 5 und 20 Euro im Monat liegen kann, ist hier noch nicht zugerechnet.

Der Strompreis setzt sich aus folgenden Bestandteilen zusammen:

Im Vergleich zu dem EU-Durchschnitt ist der Strompreis in Österreich jedoch moderat. Auch die Strompreiserhöhungen in Österreich sind geringer als in anderen EU-Ländern. Dies spiegelt sich auch in der absoluten Steuerbelastung wieder. Mit rund 7,52 Cent pro Kilowattstunde liegt Österreich, aufgrund von deutlich höher angestiegenen Kosten in anderen EU-Ländern, auch dort mittlerweile unter dem Durchschnitt.

So viel geben Stromanbieter für Strom aus

In Österreich gibt es rund 150 Stromanbieter, aber nur ein Teil davon produziert Strom selbst. Wer als Stromanbieter keinen Strom erzeugt, kann ihn entweder bei einem Erzeuger zum Festpreis oder an der Strombörse einkaufen.

Seit 2002 wird Strom an der EEX (European Energy Exchange) in Leipzig,allgemein Strombörse genannt, gehandelt. Er variiert je nach Angebot und Nachfrage, wirtschaftlichen sowie politischen Ereignissen. Das zeigt sich 2020 aufgrund der Corona-Krise besonders deutlich. Während der Börsenpreis für Strom im Mai 2019 noch bei etwa 3 ct/kWh lag, sind es in diesem Jahr weniger als 2 ct/kWh. So günstig war Strom schon seit über zehn Jahren nicht mehr. Eine erfreuliche Nachricht für Verbraucher? Leider nein.

Die meisten dieser Versorger erwerben im Direkthandel mit dem Erzeuger bis zu 80 Prozent ihres benötigten Stroms und den Rest kurzfristig an der Strombörse. Entsprechend fließen günstige Börsenpreise selten direkt in den Strompreis der Anbieter hinein. Es gibt allerdings auch Stromanbieter, die ihren Strom hauptsächlich kurzfristig einkaufen oder die günstige Wirtschaftslage jetzt nutzen. Dadurch können sie billigere Preise für Neukunden anbieten. Was trotzdem bleibt, sind die hohen Kosten für die anderen Strompreiskomponenten. Ob also niedrige Großhandelspreise den Anteil von EEG-Umlage und Netzentgelten ausgleichen können, kann nicht allgemein gesagt werden.

Strompreiserhöhungen sind zum Beispiel eine sehr gute Chance, um den Stromanbieterwechsel anzustoßen. Das empfehlen auch unabhängige Stellen, wie der Verbraucherschutz und die Bundeswettbewerbsbehörde (BWB). Erhöht Ihr Stromanbieter die Preise, bricht der damit nämlich den laufenden Vertrag. Die Folge: Sie haben ein Recht auf Sonderkündigung. Schon innerhalb weniger Wochen können Sie so Strom von einem günstigeren Versorger beziehen.

Raus aus der Grundversorgung!

Eine deutliche Mehrheit österreichischer Verbraucher bezieht Strom in der Grundversorgung. Das ist bequem, denn dafür müssen Sie sich um nichts kümmern. Schließlich ist der Grundversorger gesetzlich verpflichtet, jeden Haushalt mit Strom zu versorgen. Wer das nicht wünscht, muss sich aktiv um einen anderen Vertrag bemühen. Der Nachteil am Tarif in der Grundversorgung: Sie zahlen stolze 30 Prozent mehr für Strom als in jedem anderen Tarif.

Unser Appell an Sie lautet daher: Raus aus der Grundversorgung! Zum Glück geht das ganz schnell, da Sie in der Grundversorgung eine Kündigungsfrist von nur zwei Wochen haben.

Kurz & knapp

Das wichtigste zur Strompreisentwicklung

Regionale Unterschiede

Wo ist Strom am teuersten?


Strom in Österreich ist überdurchschnittlich günstig, das zeigt der Vergleich mit anderen Ländern: Europaweit liegt der Strompreis im Schnitt bei 21,66 ct/kWh. Mit 21,07 ct/kWh liegt Österreich damit knapp unter dem Durchschnitt, Deutschland, Dänemark und Belgien führen die Liste an. Auch hierzulande unterscheidet sich der Strompreis von Bundesland zu Bundesland. Das liegt unter anderem an den Netzentgelten, die von Wohnort zu Wohnort variieren. Faktoren, die Netzentgelt-Kosten beeinflussen, sind:

In Deutschland gibt es zwei Übertragungsnetzbetreiber: Austrian Power Grid AG & Vorarlberger Übertragungsnetz GmbH. Wiederum 122 Verteilnetzbetreiber sorgen regional dafür, dass Strom in den Haushalten ankommt.

Am stärksten betroffen von den Netzentgelt-Erhöhungen 2020 sind Linz (+10,0 Prozent) & Oberösterreich (+9,4 Prozent). Diese Netzbereiche zählen aber weiterhin nicht zu den teuersten in puncto Strompreis. In den Netzbereichen Kleinwalsertal, Kärnten und Steiermark zahlen die Verbraucher die höchsten Preise in Österreich. Günstig ist es hingegen in Wien (hier fielen 2020 die Netzentgelte um mehr als 3 Prozent), Vorarlberg, Linz, Graz, Tirol. Wie teuer Strom in welcher Stadt ist, hat nicht selten auch etwas mit dem Wohlstand des Ortes zu tun.

Strompreis in Österreich

Strompreisentwicklung in der Corona-Krise

Die Preisentwicklung der Rohstoffe Kohle, Öl, Gas sowie in Österreich für CO2 hat einen direkten Einfluss auf den Großhandelspreis für Strom an der Börse. Nachdem aufgrund der Corona-Maßnahmen die Preise für Kohle, Öl und Gas regelrecht fielen, war abzusehen, dass auch der Strompreis sich nicht lange halten würde. Anfang Februar war es so weit: Die Kurve ging bergab, die Preise lagen im Frühjahr mehr als 20 Prozent unter dem Vorjahreswert.

Alles fing mit dem Ausbruch von COVID-19 in China an. Wie sich das Land daraufhin verhielt, löste eine regelrechte Kettenreaktion auf der gesamten Welt aus (s. Infografik). China drosselte massiv Produktionen und schränkte weitflächig den Reiseverkehr ein. Infolgedessen ging Chinas Rohstoffnachfrage stark zurück. Da China als „Werkbank der Welt“ und größter Kohlebetreiber gilt, machte sich dieses Verhalten sofort am Weltmarkt bemerkbar.

Der ohnehin schon geschwächte Rohstoffmarkt reagierte entsprechend mit sinkenden Preisen. Ausschlaggebend hierfür waren zudem die wachsende Unsicherheit der Unternehmen hinsichtlich der Exporte nach China. Nachdem sich das Virus weltweit ausgebreitet hat und auch andere Länder mit Maßnahmen nachzogen, nahm die Rohstoffnachfrage immer weiter ab.

Anfang März verzeichnete der Markt ein Ölpreis-Tief wie schon seit Jahren nicht mehr. Hinzu kommt, dass durch den wirtschaftlichen Shutdown in Europa die Nachfrage nach CO2-Zertifikaten abnimmt. Folglich ging auch hier der Preis zurück, genauer gesagt um 40 Prozent (Stand 18. März 2020).

All das führte schlussendlich zu einem Rückgang des Großhandelspreises für Strom. Im März 2020 belief sich dieser auf 34,50 Euro/MWh für das Kalenderjahr 2021, dabei gingen Schätzungen ursprünglich von 50 Euro/MWh aus.

Was bedeutet das für Sie und Ihre Stromkosten?

Stromanbieter haben aufgrund der Auswirkungen der Corona-Krise die Möglichkeit, Strom sowie CO2-Zertifikate günstig einzukaufen und dadurch für Neukunden günstigere Tarife anzubieten. Eine vielversprechende Aussicht, nicht zuletzt, da der Strompreis 2020 bei durchschnittlichen 21,04 ct/kWh liegt.

Versorger geben in der Regel fallende Strompreise nur dann an Verbraucher weiter, wenn diese einen neuen Vertrag abschließen. Unser Wechselpilot-Rat: Verlassen Sie sich als Verbraucher also besser nicht darauf, dass Ihr jetziger Stromanbieter aufgrund der aktuellen Lage auch die Strompreise für Sie senken wird. Wie viel Verbraucher für Strom zahlen, hängt von mehr Faktoren als dem Großhandelspreis für Strom oder dem Preis für CO2-Zertifikate ab. In den letzten Monaten etwa erhöhten viele Stromanbieter die Preise aufgrund gestiegener Kosten für Netzentgelte und höhere Pauschalen.

Ob die Krise und damit auch die fallenden Preise anhalten, lässt sich nicht vorhersehen. Damit Sie auf Preisschwankungen am Markt reagieren und die Kontrolle über ihre Stromkosten behalten können, bleiben Sie am besten nur 12 Monate lang in einem Stromvertrag. Wechselpilot-Gründer Jan Rabe erklärt: „Machen Sie als Verbraucher mindestens einmal im Jahr einen Tarifcheck und wechseln Sie, falls es bessere Angebote gibt. So haben Sie es im Griff, wie viel Sie für Strom bezahlen – ganz unabhängig von aktuellen Entwicklungen.“ Auch in Zeiten der Corona-Krise gilt daher: Wohlüberlegt handeln und die Preislage im Blick behalten. Prüfen und vergleichen Sie Tarife und Versorger gründlich und schließen Sie nur Einjahresverträge mit Bonus ab. So handhaben wir es für Wechselpilot-Kunden ebenfalls.

FAQ

Die wichtigsten Fragen zum Strompreis

Eine Kilowattstunde Strom kostet 2020 durchschnittlich (bei einem Verbrauch von 3.500 kWh) 21,04 Cent. Damit ist der Strompreis im Vergleich zum Vorjahr um 0,68 Cent angestiegen.

Die Netzbetreiber passen die Preise jährlich am 01. Jänner für das kommende Jahr an. Versorger können jederzeit nach belieben ihre Preise anpassen. Sie müssen es nur rechtzeitig ankündigen.

Die Entwicklung der vergangenen Jahrzehnte zeigt, dass Strom seit der Marktliberalisierung 2001 im Prinzip immer teurer wird. Diese Tendenz zeichnet sich auch für 2021 ab – ein Grund dafür ist unter anderem die Corona-Krise.

Aussicht

Wird Strom 2021 noch teurer?

Der Strompreis entwickelt sich seit der Marktliberalisierung von 2001 eher nach oben statt nach unten. Es bleibt anzunehmen, dass auch 2021 nicht mit günstigeren Preisen zu rechnen ist. Vor allem die erneuerbaren Energien werden ihren Anteil daran haben. 2021 könnte auf die Verbraucher eine spürbare Erhöhung der Ökostromabgabe zukommen.

Entwicklung der Ökostromprämie

Die Endverbraucher in Österreich müssen sich in 2021 auf eine deutliche Erhöhung der Ökostromprämie einstellen. Aufgrund der fallen Strompreise ensteht eine Finanzierungslücke in der Ökostromförderung. Ursprünglich wurde der Preis pro Megawattstunde auf 47€ und die Förderung von Ökostrom wurde auf 500 Mio.€ geschätzt. Jedoch liegt der Preis pro Megawattstunde im Moment ungefähr bei 20€. Diese Lücke wird zu einem Teil von den Verbrauchern geschlossen werden müssen

Die Strompreisentwicklung in den letzten zwei Jahrzehnten

Im Jahr 2001 erfolgte die Liberalisierung des Strommarktes in Österreich. Vorausgegangen war eine EU-Richtlinie aus dem Jahr 1996, die die Elektrizitätsmarktliberalisierung in Europa vorschrieb. Das generelle Ziel war es, den Wettbewerb am Markt zu erhöhen und so den Strompreis zu senken. Verbraucher sollten frei wählen können, von welchem Anbieter sie ihren Strom beziehen, und so den Wettbewerb anheizen.

Seit der Liberalisierung sind Stromanbieter nicht mehr an bestimmte Regionen gebunden, sondern können ihre Leistungen frei im gesamten Bundesgebiet anbieten. Im Zuge dessen entstanden viele neue Anbieter mit speziellen Tarifmodellen, beispielsweise Energiediscounter. Dennoch sind vor allem die großen und bekannten Anbieter nach wie vor am Markt gefestigt.

Bitte loggen Sie sich ein!

Bitte geben Sie Ihre hinterlegten Daten ein.
Noch kein Kunde? Jetzt kostenlos registrieren.

Passwort vergessen?

Passwort vergessen?

Bitte tragen Sie Ihre E-Mail Adresse ein, mit der Sie Ihr Konto registriert haben. Wir senden Ihnen einen Link, über den Sie ein neues Passwort erstellen können.